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Bis zur 35. Minute setzte sich die DHB-Auswahl auf 20:14 ab, es sah so aus, als wäre die Partie schon vorzeitig entschieden, doch dann schockte der verletzungsbedingt Ausfall von Henning Fritz die deutsche Mannschaft. Die Polen holten nun Tor um Tor auf (18:21, 41. Minute), besonders die Halben Pascal Hens und Christian Zeitz schlossen die Angriffe oftmals zu hastig ab und bereiteten Bundestrainer Heiner Brand immer wieder für Kopfschmerzen. Polen erzielte in der 45. Minute sogar den Anschlusstreffer zum 21:22 durch den bei der SG Kronau/Östringen spielenden Mariusz Jurasik. Doch mit Glück und Geschick überstand die deutsche Mannschaft die kritische Phase, in der sich vor allem auch Fritz-Vertreter Johannes Bitter auszeichnen konnte, und setzte sich wieder auf 26:22 ab. Spätestens mit dem Treffer zum 29:23 in der 57. Minute durch Florian Kehrmann, der vor wenigen Tagen zum dritten Mal zum Handballer des Jahres ausgezeichnet wurde, fiel die Entscheidung: Deutschland zum dritten Mal Weltmeister. Zur Siegerehrung trat die deutsche Mannschaft geschlossen an – jeder Spieler mit einer goldenen Krone auf dem Kopf und einem angeklebten Heiner Brand-Bart. Nicht nur die 16 Spieler und der Trainer- und Betreuerstab erhielten die goldene Medaille sondern auch die Reservisten.
Aufstellung und Torschützen des Finales im Überblick: Deutschland: Henning Fritz (1. bis 35. Minute), Johannes Bitter (35. bis 60. Minute) Pascal Hens (6), Oliver Roggisch, Dominik Klein, Holger Glandorf (2), Markus Baur, Christian Zeitz (3), Torsten Jansen (8), Andrej Klimovets (1), Michael Kraus (4), Florian Kehrmann (4), Lars Kaufmann, Christian Schwarzer (1) Bundestrainer: Heiner Brand, Co-Trainer: Martin Heuberger Reservisten: Michael Haaß, Stefan Schröder, Michael Hegemann, Christian Lichtlein, Oleg Velyky, Sebastian Preiß
Polen: Slawomir Szmal, Adam Weiner Krzysztof Lijewski (1), Mateusz Jachlewski (1), Grzegorz Tkaczyk (5), Karol Bielecki (3), Artur Siódmiak (1), Bartosz Jurecki (2), Mariusz Jurasik (5), Michal Jurecki (1), Damian Wleklak (1), Rafal Kuptel (1), Tomek Tluczynski (2/2), Marcin Lijewski (1)
Stimmen zum Endspiel der HSG Düsseldorf: Frank Flatten: Wir haben ein sensationelles Spiel gesehen, ein großartiger Erfolg für den gesamten Handballsport. Gratulation der Mannschaft um Heiner Brand. Nun schaut die ganze Welt auf Deutschland und ich hoffe, dass die Düsseldorfer nun auch auf die HSG schauen und uns in der stärksten Liga der Welt unterstützen. Bei uns kann man nun vor Ort die ganzen Stars der Weltmeisterschaft hautnah erleben.
Erwin Schierle: Eine tolle Leistung der DHB-Auswahl. Das war fantastisch. Ich hoffe, dass sich viele Jugendliche nun entschließen, den Handballsport aktiv zu betreiben. Für die HSG Düsseldorf würde ich mir wünschen, dass auch wir von diesem Boom profitieren werden, mehr Zuschauer im Burg-Wächter Castello begrüßen können und natürlich auch die Wirtschaft die Attraktivität der Sportart in den letzten Wochen und Tagen erkannt hat.
Björn Navarin: Das war ein richtig packendes Spiel und die deutsche Mannschaft ist verdient Weltmeister geworden. Wir haben es auch über das gesamte Turnier gesehen verdient. Ich hoffe, dass der Sport durch diesen Erfolg noch populärer wird und auch mehr Anteile im Fernsehen bekommt, denn die Zuschauer haben in den knapp 2 ½ Wochen gesehen, dass Handball ein äußerst attraktiver Sport mit viel Aktion und Dramatik ist.
Ronny Rogawska: Es war sicherlich kein so schönes Spiel, aber die deutsche Mannschaft war spielerisch überlegen, die Einzelspieler waren am heutigen Tage einfach besser. Ich fand „Toto“ Jansen herausragend. Das Spiel wurde aber in der Abwehr gewonnen.
Heinrichs, Neukirchen & Schneider hatten Recht Deutschland ist Weltmeister – vor der WM hatten dies nur drei Spieler der HSG Düsseldorf auf Deutschland als Weltmeister 2007 getippt: Robert Heinrichs, Markus Neukirchen und Fabian Schneider. Und genau diese drei haben Recht behalten: Deutschland ist am heutigen Sonntag zum dritten Mal nach 1938 und 1978 Weltmeister.
Brand zum zweiten Mal Weltmeister Heiner Brand hat es geschafft: 1978 holte der Gummersbacher den Weltmeister-Titel als Spieler, am heutigen Sonntag gewann der 54-jährige den WM-Titel zum zweiten Mal, diesmal als Bundestrainer. Ihm gelang am 04. Februar 2007 das, was Franz Beckenbauer 1974 als Spieler und 1990 als Trainer bereits gelungen ist.
Bundespräsident Köhler ist Handball-Fan Er hat die Handball-WM 2007 am 19. Januar 2007 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin eröffnet, in den letzten Tagen hat er sich als Handball-Fan geoutet. Die Rede ist natürlich von Bundespräsident Horst Köhler. Die drei Spiele in der Kölnarena gegen Spanien (Viertelfinale), Frankreich (Halbfinale) und Polen (Finale) besuchte Köhler allesamt. „Die Auftritte der deutschen Mannschaft haben eine große Euphorie ausgelöst. Das Wintermärchen ist Realität geworden“, so Köhler, der früher selbst in der Schule und bei der Bundeswehr Handball gespielt hat.
Empfang der Weltmeister Deutschland ist Weltmeister: Aus diesem Anlass hat der WDR sein aktuelles Fernsehprogramm geändert und berichtet ab 20.15 Uhr (bis 21 Uhr) vom Empfang der Handball-Weltmeister live aus dem Kölner Rathaus. Moderiert wird das Sport im Westen EXTRA von Sabine Hartelt, der Kommentator ist Florian Naß.
Dänemark holt Bronze-Medaille Am Sonntagmittag hatte Ronny Rogawska allen Grund zur Freude: Dänemark gewann das Spiel um Platz 3 mit 34:27 (21:15) gegen Frankreich und sicherte sich somit die Bronzemedaille bei der WM 2007 in Deutschland.
Dank an Fans Die deutsche Nationalmannschaft und der Betreuerstab um Bundestrainer Heiner Brand haben sich bereits vor dem Finale in einem offenen Brief bei ihren Fans bedankt. Der Brief der Nationalmannschaft im Wortlaut:
Liebe Fans, wir stehen vor dem größten Tag unserer Karriere. Noch ein Sieg - dann sind wir Weltmeister. Ohne Eure sensationelle Unterstützung wäre dies nicht möglich gewesen. Eure Euphorie, Eure Begeisterung hat uns ins Finale gebracht. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei Euch bedanken. Wir versprechen: Wir werden alles geben, damit unser gemeinsamer Traum Wirklichkeit wird. |